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Tagebuch

10.9.2007:
Kein schöner Tag


Hoffentlich noch lange gesund: Weibchen der weißen gehörnten Heidschnucke in den Rieselfeldern

Manchmal muss auch über unerfreuliche Entwicklungen berichtet werden: Leider hat die Blauzungenkrankheit nun auch die Heidschnucken erreicht, die als „Landschaftspfleger“ die Rieselfelder Windel beweiden.

 

Bis zum Montag waren 2 Tiere erkrankt, einige weitere zeigten leichte Symptome. Krankheitszeichen sind u.a. Apathie, Lahmheit und Fieber sowie Schleimhautentzündungen. In schweren Fällen treten Atemprobleme, Blutungen sowie eine geschwollene Zunge mit Blaufärbung auf. Besonders bei Schafen verläuft die Krankheit sehr oft tödlich. Auch andere Wiederkäuer können erkranken (Rinder, Ziegen, Rehe, Hirsche).

 

Die Blauzungenkrankheit wird von Viren ausgelöst, die wiederum von Gnitzen (verschiedene Arten der Gattung Culicoides) übertragen werden, blutsaugende winzige Mücken, die nur 1 bis 3 mm groß und praktisch nicht zu bekämpfen sind. Sie sind nur in der warmen Jahreszeit aktiv, dann vermehren sich auch die Viren besonders gut. Eine direkte Übertragung („Ansteckung“) zwischen Wiederkäuern findet offenbar nicht statt. Gnitzen können auch für Menschen recht lästig werden, jedoch ist nach Angaben des FLI (Friedrich-Löffler-Institut / Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) der Erreger der Blauzungenkrankheit für Menschen nicht gefährlich. Selbst das Fleisch kranker Tiere kann ohne Bedenken verzehrt werden.

 

Laut FLI trat die Blauzungenkrankheit in Mitteleuropa erstmals im Sommer 2006 im holländisch-deutschen Grenzgebiet auf, hat dann offenbar den milden Winter gut überstanden und brach im Juni 2007 erneut im südwestlichen Rheinland aus. Seitdem breitet sie sich sowohl nach Westen (BENELUX-Staaten und Frankreich) als auch nach Osten aus. Schwerpunkte der Verbreitung in Deutschland sind zurzeit die Bundesländer NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz.

 

Heimat des Erregers ist vermutlich das südliche Afrika. Darüber, wie er nach Mitteleuropa gelangt ist, kann derzeit nur spekuliert werden. Naheliegend ist allerdings die Vermutung, dass seine Ausbreitung in Mitteleuropa durch den Klimawandel nachhaltig begünstigt wurde.

 

Einen Impfstoff gibt es derzeit nicht, und eine Bekämpfung oder Behandlung mit Insektiziden findet in den Rieselfeldern grundsätzlich nicht statt. Die Wirksamkeit solcher Maßnahmen ist ohnehin eher fraglich und nicht hinreichend geprüft. Zu hoffen ist, dass die Landrasse der „weißen gehörnten Heidschnucke“ robust genug ist, die Infektion zu überstehen.

 

Weitere Informationen über die Blauzungenkrankheit bietet das Friedrich-Löffler-Institut (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit):

 

Aktuelle Internetseite des FLI zur Blauzungenkrankheit

 

 

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