Title: 13.11.2007: Wintergäste

Tagebuch

13.11.2007: Wintergäste

Schichtwechsel in den Rieselfeldern Windel: Die meisten Zugvögel haben uns verlassen, Wintergäste prägen jetzt das Vogelspektrum.

 

Am auffälligsten sind die großen Wasservogelarten wie Enten und Kormorane. Solange die Wasserflächen nicht gefroren sind, finden zahlreiche Enten ausreichend Nahrung. Im Winterhalbjahr kann man die bunt gefärbten Erpel wieder einfacher bestimmen und bei der Balz beobachten. Auffällig - neben den dominierenden Stockenten – sind derzeit vor allem die prächtigen Löffelerpel mit ihrem großen braunroten Bauchfleck, der aus dem umgebenden weißen Gefieder heraus sticht. Wenn man sich den breiten Löffelschnabel im Fernglas genauer ansieht, mit dem der Vogel das Wasser nach kleinen Nahrungsteilchen durchsiebt, braucht man über den eigenartigen Namen dieser Ente nicht lang zu rätseln.

 

Je nach Lichteinfall schimmert der Augenstreif des Krickerpels grün oder blau. Foto: Walter

Häufiger als die Löffelenten, aber oftmals versteckter im Uferbereich ruhen die Krickenten. Diese kleinsten einheimischen Enten sind Gäste aus dem nördlichen und östlichen Europa. Die Erpel tragen jetzt ein wunderschön zartgrau meliertes Bauch- und Rückengefieder, aus dem sich der grünbraune Kopf und der cremefarbene Unterschwanzfleck abheben. Ihr melodischer Ruf, ein helles "krük", hat ihnen den Namen gegeben.

 

 

 

 

Eine attraktive, aber nur selten zu sehende Vogelart ist die Bartmeise, hier ein Männchen. STELZERfoto

Höhere Ansprüche an den Vogelbeobachter stellen die Kleinvögel, die den Winter bei uns verbringen. Als besonderes Highlight war heute ein Pärchen Bartmeisen im Schilfröhricht vor dem Stationsturm zu beobachten. Nur das Männchen dieser ausschließlich im Schilfröhricht lebenden und rastlos an den Halmen kletternden Art trägt den charakteristischen Bartstreif. Gelegentlich streifen diese Vögel im Herbst und Winter bis zu uns; sie haben ihre Hauptverbreitung in den großen Schilfgebieten Norddeutschlands und vor allem der Niederlande. Wenn die Winter weiterhin so mild bleiben, könnte sich die kälteempfindliche Bartmeise demnächst vielleicht auch bei uns ansiedeln.

 

 

 

 

 

Der helle Überaugenstreif ist ein nicht leicht zu erkennendes Bestimmungsmerkmal des Bergpiepers. Foto: Bockwinkel

Eine weitere Besonderheit sind die Bergpieper, die gut getarnt in kleinen Trupps vor allem auf den schlammigen Uferflächen nach Futter suchen. Ihre Brutgebiete liegen in den Alpen über der Baumgrenze, den Winter verbringen sie im mittel- und westeuropäischen Tiefland.