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Portrait: Die Schleiereule

Letzte Flaumfedern zieren die „Frisur“ diese jungen Eule mit ihrem arttypischen herzförmigen Gesichtsschleier. Foto: J. Albrecht

Nur etwas größer als eine Taube, ist die Schleiereule ein erfolgreicher Jäger, vornehmlich von Mäusen aller Art. Und damit ist ihr Bruterfolg abhängig vor allem vom Feldmausbestand, der großen Schwankungen unterliegt. In guten Mäusejahren wie 2007, wenn sich die Feldmäuse in Massen vermehren (sog. Gradation), kann die Schleiereule sogar zwei Bruten schaffen. In schlechten Jahren kann es passieren, dass die Eulen gar nicht brüten, dass viele Junge im Nest verhungern oder ihre schwächeren (jüngeren) Geschwister auffressen.

 

Schleiereulen brüten in speziellen Nistkästen im Dachgiebel der Biologischen Station. Sie suchen als Höhlenbrüter die Nähe des Menschen, sind aber trotzdem kaum zu sehen, weil sie nur in dunkler Nacht ausfliegen. Allenfalls im Dachgebälk von Scheunen hat man gelegentlich das Glück, eine versteckt „übertagende“ Eule zu sehen.

 

Das sind glückliche Entdeckungen, denn Schleiereulen sind ausgesprochen hübsche Vögel. Ihren Namen haben sie vom herzförmigen hellen Schleierkranz aus kurzen harten Federn um ihr Gesicht. Das sonstige Gefieder spielt zwischen hell- und mittelbraun, ist weich und zart und von dunkeln Tropfen übersät. Die Unterseite ist sehr hell, im Gegensatz zu unseren anderen Eulenarten.

 

Die nächtliche Lebensweise, die fast alle Eulen so faszinierend macht, ist bei der Schleiereule besonders ausgeprägt. Ihr extrem feines Gehör ermöglicht die Beutesuche in völliger Dunkelheit, wobei ihr Schleier den Schall noch trichterartig verstärkt. Der einmalige, asymmetrische Bau beider Ohren ermöglicht ein außerordentlich gutes Richtungshören. Ihr eigener Flug ist dagegen vollkommen lautlos, dank des weichen Gefieders und spezieller „Kammfedern“ an den Flügelkanten, die Fluggeräusche unterdrücken.

 

Ihre Nahrung ist sehr abwechslungsreich und richtet sich nach dem Angebot: In Feldmausjahren dominiert diese Art, sonst werden auch alle anderen Mäuse verspeist einschließlich der Spitzmäuse, die recht geräuschvoll leben und daher eine leichte Beute sind. Auch Kleinvögel in geringer Zahl werden nicht verschmäht.

 

Da Eulen die schlecht verdaulichen Haare und Knochen ihrer Beute als „Gewölle“ wieder auswürgen, lässt sich die Zusammensetzung ihrer Nahrung über die Bestimmung z.B. der erhaltenen Schädelknochen sehr gut analysieren. Auf diese einfache Art bekommt man einen guten Überblick über die Kleinsäugerfauna ihres Jagdreviers. Ein Schülerinnenteam des Helmholtz-Gymnasiums hat 2007 auf diese Weise die Schleiereulen und somit auch die Mäuse der Rieselfelder vergleichend mit anderen Standorten untersucht und sich damit am Wettbewerb "Jugend forscht" beteiligt.

 

In harten Wintern leiden Schleiereulen sehr. Sie ziehen nicht fort, können aber andererseits auch keine Fettvorräte anlegen. Herbe Verluste sind vor allem bei länger anhaltender Schneedecke die Folge. Als Hilfestellung sollten Dachböden und Scheunen für Eulen zugänglich gehalten werden, z.B. durch „Uhlenlöcher“, um ihnen Quartiere und Mäusenotnahrung zu erschließen.

 

Weitere Informationen zum „Vogel des Jahres 1977“ bieten die Internetseiten des NABU.

 

   
 
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