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Die Saison 2007

Auch in der vergangenen Saison boten die Rieselfelder wieder viele spannende Beobachtungsgelegenheiten. Einen kurzen Blick auf einige besondere Arten wirft die folgende Zusammenfassung.

Brutvögel

Zwergtaucher im Ruhekleid. STELZERfoto

50 verschiedene Brutvogelarten wurden von den Mitarbeitern der Biostation sowie von Hobby-Beobachtern in den Rieselfeldern festgestellt, darunter sieben Arten der landesweiten Roten Liste (1997) sowie fünf Arten der Vorwarnliste. Die „Rote Liste“ enthält solche Arten, deren Bestände landesweit bedroht sind; Arten der „Vorwarnliste“ gehen landesweit merklich zurück, sind aber aktuell noch nicht gefährdet.

 

Der Brutbestand des Zwergtauchers (Rote-Liste-Status "stark gefährdet") ist in den Rieselfeldern mit 7 Revieren auf relativ hohem Niveau konstant geblieben, liegt aber unter dem Maximum der Saison 2004 mit 9 Paaren. 2007 fanden sich zwei Reviere am Großen Schönungsteich (T13) und jeweils ein Revier am Kleinen Schönungsteich (T14) sowie an den Teichen 7b, 8a, 8b und 9 (vgl. download Gewässerkarte).

 

Sein großer Bruder, der Haubentaucher, hat sein Schwimmnest wieder am Ufer des Großen Schönungsteiches (T13) gebaut. Er ist zwar nicht gefährdet, doch ist sein Bestand in NRW von Naturschutzmaßahmen abhängig.

 

Vom Teichhuhn (Vorwarnliste), einem weiteren gut erkennbaren Gewässerbewohner, brüteten fünf bis sechs Paare im Gebiet.

 

Wasserralle. STELZERfoto

Der Bestand der Wasserralle (Rote-Liste-Status "stark gefährdet"), einem sehr scheuen und schwer zu beobachtenden Bewohner der Schilfflächen, wurde 2007 wieder per Klangattrappe ermittelt. Bei dieser Methode werden die Reaktionen der Revierinhaber erfasst, die beim Abspielen des arteigenen Gesangs vom Tonband antworten, um ihre Revier gegen einen vermeintlichen Konkurrenten zu verteidigen. Fünf bis sechs Reviere wurden auf diese Weise ermittelt. Die Riesefelder Population ist mit Abstand die größte in Bielefeld.

 

Zu den typischen Schilfbewohnern zählen der Teichrohrsänger (Rote-Liste-Status "gefährdet") und die Rohrammer (Vorwarnliste). Beide Arten waren 2007 mit ca. 17 bzw. 18 Paaren ähnlich häufig.

 

Kiebitz. Foto: G. Bockwinkel

In den Rieselfeldern Windel brüteten insgesamt sieben Paare des Kiebitz (Rote-Liste-Status "gefährdet"), davon vier in den „neuen“ Flächen der Nordosterweiterung. Die Wiesenvogelerhebung 2007 der Biologischen Station Gütersloh/Bielefeld im gesamten Stadtgebiet von Bielefeld und im Kreis Gütersloh hat gezeigt, dass der Kiebitzbestand in Bielefeld seit 2004 um über 25% eingebrochen ist. Die Rieselfelder Windel stellen allein ein Siebtel des Bielefelder Gesamtbestandes dieser beliebten und markanten Vogelart; sowohl die Bildung einer kleinen Kolonie als auch die Nistplatzwahl im Grünland entsprechen den ursprünglichen Bedürfnissen dieser Art, die heute nur noch selten erfüllt werden.

 

Der Feldsperling (Vorwarnliste) ist inzwischen der häufigste Brutvogel im näheren Hofstellenumfeld der Biologischen Station. Er hat sich dort in den Meisenkästen und Fledermauskästen fest etabliert.

 

Der Brutversuch des Flussregenpfeifers an der neu angelegten Blänke der Reiherbachrenaturierung wurde leider durch den benachbarten Hauskater stark gestört und schlug fehl.

 

Sowohl Klein- als auch Grünspecht (beides "gefährdete" Rote-Liste-Arten) brüteten in den Gehölzen am Toppmannsweg, die an die Rieselfelder angrenzen.

 

Erfreulich sind die Brutvorkommen der Dorn- und Klappergrasmücke (beide Vorwarnliste) mit fünf bzw. einem Paar in den Hecken der Rieselfelder.

Gastvögel

Männchen der Bartmeise. STELZERfoto

Die durchziehenden und rastenden Gastvögel wurden von Januar bis Dezember 2007 meist einmal wöchentlich erfasst. Insgesamt wurden dabei 74 Gastvogelarten in den Rieselfeldern beobachtet. Ein hoher Prozentsatz (22 Arten) zählt zu den gefährdeten wandernden Vogelarten.

 

Bemerkenswerte Besonderheiten waren Weißstorch (10. April), Silberreiher (bis zu acht Exemplaren am 27. März), Kranich (11 Tiere am 26. März), Tüpfelralle (23. April) und Bartmeise (13. November). Erstmals wurden in den Rieselfeldern ein Uhu (11. Juni), eine Wasseramsel (27. August am renaturierten Reiherbach) und eine Heidelerche (11. Oktober) festgestellt.

 

Einen Einblick in den jeweils aktuellen Vogelbestand der Rieselfelder bietet die Seite „Vögel der Woche“.

Insekten

Frühe Heidelibelle. Foto: J. Schleef

Natürlich boten die Rieselfelder auch 2007 mehr als „nur“ Vogelbeobachtungen, z.B. seltene Insekten: Von den 23 nachgewiesenen Libellen stehen drei Arten auf der Roten Liste: Die Kleine Pechlibelle (gefährdet), die Gemeine Winterlibelle (stark gefährdet) und die Frühe Heidelibelle (in NRW vom Aussterben bedroht), außerdem die Gefleckte Heidelibelle der Vorwarnliste.

 

Bemerkenswert bei den Heuschrecken war der Erstnachweis der Punktierten Zartschrecke, außerdem das Vorkommen der stark gefährdeten Sumpfschrecke sowohl im Kerngebiet als auch in der Nordosterweiterung der Rieselfelder.

 

Schließlich sei noch auf interessante Schmetterlingsfunde in der Nordosterweiterung hingewiesen: Sumpfhornklee-Widderchen (gefährdet), Ampfer-Purpurspanner (stark gefährdet), Sauerampfer-Grünwidderchen (gefährdet) und Jakobskreuzbär (gefährdet).

 

Downloads

Gewaesserkarte.pdf

   
 
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