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Tagebuch

Juli 2008: Feurige Neubürger in den Rieselfeldern

 

Signalrot leuchtet der breite Hinterleib des reifen Feuerlibellen-Männchens. Foto: I. Jürgens

Die ursprünglich im Mittelmeerraum und Nordafrika verbreitete Feuerlibelle (Crocothemis erythraea) konnte Ende Juni 2008 erstmals in den Rieselfeldern Windel beobachtet werden! Drei schön feuerrot ausgefärbte Männchen flogen im Zentralbereich des Gebietes. An den nächsten Tagen wurden bis zu 15 Tiere, darunter auch Weibchen, gezählt.

 

Das leuchtend rote Männchen fällt besonders auf, die Weibchen tragen ein zurückhaltenderes Gelbbraun. Auf den ersten Blick können sie mit den Heidelibellen verwechselt werden, deren Männchen oftmals ebenfalls rot gefärbt sind; beide Geschlechter haben aber einen verbreiterten Hinterleib, ähnlich wie der verwandte Blaupfeil. Ihre Flugzeit dauert von Ende Juni bis August.

 

Blasse Farben zeichnen das Weibchen der Feuerlibelle aus. Am Basisfleck der Hinterflügel kann man es schnell vom Blaupfeil unterscheiden.
Foto: I. Jürgens

Die wärmeliebende Art ist erst vor ca. 10 Jahren in Nordrhein-Westfalen heimisch geworden. Anhand von frisch geschlüpften Tieren bzw. deren Larvenhaut (sog. Exuvie) ist inzwischen belegt, dass die wanderfreudige Feuerlibelle nicht nur saisonal einfliegt, sondern sich auch in NRW fortpflanzen kann und milde Winter überdauert. Wie viele andere südliche Insekten profitiert sie von den Auswirkungen des Klimawandels.

 

Erster Fundort im Kreis Gütersloh war im Jahr 2001 ein Flachgewässer im Bereich der "Feuchtwiesen Hörste". In den Folgejahren kamen weitere Fundorte hinzu: NSG "Rietberger Fischteiche" (2003), NSG "Große Wiese" in Gütersloh/Verl (2004) sowie NSG "Am Sundern" (Harsewinkel, 2005). Für Bielefeld stellt der Fund nach unserem Kenntnisstand einen Erstnachweis dar, wobei in diesem Jahr auch die ersten Tiere im NSG "Töpker Teich" in Bielefeld-Altenhagen nachgewiesen wurden!

 

Die Feuerlibelle bevorzugt warme, stehende Gewässer mit dichtem Pflanzenbewuchs. Bislang ist nicht nachgewiesen, dass sie dort altansässige Arten verdrängt. Sie stellt also eine attraktive Bereicherung unserer heimischen Libellenfauna dar.

 

 

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