Title: September 2008: Wasserforscher

Tagebuch

September 2008: Kinder sind am liebsten Wasserforscher

 

Wasserforscher vor ihrem Einsatz. Foto: G. Noack-Füller

Wasser übt eine große Faszination auf alle Kinder aus. Von den 150 Veranstaltungen, die in diesem Jahr bisher von Kindergartengruppen, Schulklassen und Familien in den Rieselfeldern gebucht wurden, haben rund ein Viertel „Wasser als Lebensraum“ oder „Experimente mit Wasser“ zum Thema. Aber auch bei den anderen Angeboten aus dem vielfältigen naturpädagogischen Programm spielt Wasser immer wieder eine große Rolle.

 

Im zeitigen Frühjahr wird im Gartentümpel der Froschlaich bestaunt und im April/ Mai nehmen die Schüler die Entwicklungsstadien der Kaulquappen unter die Lupe. Große spinnenähnliche Tiere, die sich dann doch als Libellenlarven entpuppen, werden vom Teichgrund herauf geholt und ein Gewimmel von Bachflohkrebsen unter den Steinen in der Furt des Reiherbaches entdeckt. Der Forschergeist ist schnell geweckt. Die Kinder staunen über die Vielfalt der Wassertiere und suchen ihre Namen auf Bestimmungskarten. Ältere Schüler lernen, dass das Vorkommen bestimmter Wasserlebewesen auf die Wasserqualität eines Fließgewässers schließen lässt.

 

Die Reiherbachfurt: Ein ideales Forschungsrevier. Foto: J. Albrecht

Die Anlage der Furt bei der Renaturierung des Reiherbaches hat sich naturpädagogisch schon bestens bewährt. Schon ihre Überquerung mit Hilfe der großen Steine stellt besonders bei den Kindergartenkindern eine große, aber sehr spannende und beliebte Herausforderung dar. Wenn dabei mal ein Fuß nass wird, trägt das nur zur Belustigung der Gruppe bei - Kinder sind da meistens ziemlich unempfindlich. Und viel zu entdecken gibt es auch, z.B. die kleinen Stichlinge. Die kleinfingerlangen Fischchen bauen zwischen Algen und Wassermoos Nester für ihre Brut, die vom Männchen versorgt wird.

 

Wasserexperimente: Spannend für jedes Alter! Foto: Biostation

Wasser hat viele Eigenschaften, die mit Experimenten erforscht werden können. Es kann in jede Ritze laufen, nach oben steigen, etwas verstecken, schwerer werden, Schiffe tragen und U-Boote auf- und abtauchen lassen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Grundschüler beim eigenständigen Experimentieren mit Wasser, Luft, Erde oder Feuer sehr konzentriert arbeiten, viele eigene Ideen entwickeln und jede Menge Spass haben. Naturwissenschaftliche Gesetze werden auf spielerische und oft verblüffend einfache Weise erforscht. Zu jedem der 4 Elemente Wasser, Feuer, Luft und Erde wurden altersgemäße Angebote entwickelt, die entsprechenden Materialien zusammengestellt und durch Mitarbeiter der Biostation und „FÖJler“ (Praktikanten, die das Freiwillige Ökologische Jahr in der Biostation ableisten) eine intensive Betreuung der Veranstaltungen gewährleistet. (Ausführlichere Informationen zum naturpädagogischen Programmangebot vgl. die Seite Naturpädagogik).

 

Ohne Fische leben mehr Wassertiere im Teich. Foto: G. Noack-Füller

Leider wurde die Lust am Tümpeln in diesem Jahr nachhaltig im wahrsten Sinne der Wortes „getrübt“. Im späten Frühjahr wurden 2 große Karpfen im Gartenteich gesichtet. Niemand weiß, wie sie dort hingekommen sind, aber vermutlich haben sie angehende Petrijünger im nahen Schönungsteich mit Brot angelockt, gefangen und im Gartenteich wieder ausgesetzt. Vielleicht wussten sie nicht, dass Karpfen den Gewässergrund stark aufwühlen und sich von Kaulquappen und anderen Wassertieren ernähren. Die ungebetenen Bewohner haben dadurch die Vielfalt dieser Lebewesen im Gartenteich stark dezimiert. Seerosen und Hornkraut boten gute Versteckmöglichkeiten für die Karpfen, so dass es schwierig war, sie wieder aus dem Teich heraus zu fischen. Kaum war das gelungen, wurde ein dritter Karpfen im Teich entdeckt, der wenige Wochen sein „Unwesen“ treiben konnte, bis auch er mit dem Kescher gefangen wurde.

 

Im Interesse unserer kleinen Wasserforscher, die nicht nur „im Trüben fischen“ möchten, hoffen wir nun, dass keine weiteren Karpfen mehr ausgesetzt werden. Sonst müsste am Ende auch das Tor zum Gartenteich mit einem Schloss gesichert werden!