Title: 29.7.2014: Knoblauchkröte

Aktuelles Tagebuch

Zwei Kisten mit wertvoller Fracht erfreuen den Leiter der Biostation GT/BI, Bernhard Walter, und den Züchter Michael Bisping aus Enniger. Foto: Albrecht

29. Juli 2014: Hilfe für unseren Froschkönig

 

Großer Bahnhof für kleine Tiere: Heute startete ein Rettungsversuch zur Erhaltung der Knoblauchkröte in den Rieselfeldern Windel.

 

Die Knoblauchkröte ist in Nordrhein-Westfalen vom Aussterben bedroht. Auch das isolierte Vorkommen der Art in Bielefeld (Kampeters Kolk und angrenzende Rieselfelder Windel) ist hochgradig gefährdet. Die letzten, ohnehin schwierigen Nachweise des versteckt lebenden Lurchs liegen nun schon einige Jahre zurück.

 

 

Die etwa 4 cm großen Jungtiere werden aus ihrer Transporterde in die sandigen Rieselfelder verpflanzt. Foto: Albrecht

Da war es ein Glücksfall, dass im LIFE+ Projekt zum Schutz der Knoblauchkröte im Münsterland mehr Jungtiere nachgezüchtet werden konnten als benötigt. Das LIFE+ Projekt (www.knoblauchkroetenschutz.de) hat zum Ziel, die letzten Vorkommen der Art in den Kreisen Warendorf und Borken zu retten. Die Unterstützung eines des letzten Vorkommens in Ostwestfalen war da ein willkommender Baustein, um das Überleben der Art an mehreren voneinander unabhängigen Orten zu sichern.

 

 

 

 

In frisch gelockertem Boden verschwanden die Jungtiere in kürzester Zeit – und schon setzte der Regen ein! Foto: Albrecht

Züchter Michael Bisping und Projektmitarbeiter Norbert Menke von der NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V. brachten zwei Kisten mit rund 250 Jungtieren nach Bielefeld, die am Ufer geeigneter fischfreier Teiche auf lockerer Erde ausgesetzt wurden, wo sie sich sofort in arttypischer Weise eingruben.

 

In 2-3 Jahren werden die Knoblauchkröten geschlechtsreif sein. Dann wird sich zeigen, wie erfolgreich die Maßnahme war. Ausführlichere Informationen zur Rettungsaktion finden Sie hier.

 

 

Hat in den Rieselfeldern wieder eine hoffentlich gute Zukunft: halbwüchsige Knoblauchkröte. Foto: Albrecht