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Tagebuch

18.4.2008: Stille Post meldet kleine Sensation!

 

So funktioniert heute die „stille Post“ unter den Vogelfreunden: Heute Nachmittag machte Holger Bekel eine Exkursion mit Schülern zur Vogelbeobachtung in die Rieselfelder – sie landeten dort einen Volltreffer! Und schon eine Stunde später tickerte folgende E-mail-Nachricht durchs Netz:

 

„Hallo liebe Vogelfreunde,

gerade eben um 17.30 Uhr haben wir mit einer Gruppe Schülern nicht nur viele ziehende Schafstelzen, Flußregenpfeifer etc. gesehen, sondern als absolutes Highlight einen Purpurreiher im schönsten Prachtkleid (vermutlich Männchen). Der Reiher war vom Hochsitz an der Biostation gut zu beobachten.“

 

Schon wenig später erschien die Meldung in www.sturmmöwe.de und erreichte von dort einen großen Interessentenkreis. Etliche machten sich auf den Weg, doch weder sie noch die NABU-Exkursion am folgenden Tag konnten den seltenen Gast wieder finden. Entweder hatte er sich gut im Schilf versteckt, oder er war in der Nacht weiter gezogen.

 

Eine große Rarität zu Gast in den Rieselfeldern: Der Purpurreiher. Foto: A. Schäfferling.

Dieser Purpurreiher war ein Erstnachweis für die Rieselfelder, und – soweit bekannt – auch für ganz Bielefeld. Selbst in der „Avifauna von Westfalen“ gibt J. Peitzmeier bis 1979 nur 34 Beobachtungen für ganz Westfalen an, die sich über die Monate April bis Oktober verteilen. Heute gilt die Art nach wie vor als Ausnahmegast in ganz NRW; ihr nächstes Brutvorkommen (das nördlichste überhaupt in Europa) liegt in den Niederlanden.

 

Der farbenprächtige und große Reiher ist bei einigermaßen guten Beobachtungsbedingungen leicht vom noch größeren Graureiher zu unterscheiden: Er wirkt insgesamt deutlich dunkler, dünnhalsiger und kleinköpfiger, und vor allem sind seine Kopf- und Halsseiten rotbraun gefärbt und tragen markante schwarze Längsstreifen. Auch im Flügel und Mantel sowie auf der Unterseite finden sich braunviolette oder purpurgraue bis kastanienbraune Farbtöne, besonders im Prachtkleid des Männchens.

 

Purpurreiher leben versteckt im Schilf und brüten dort in Kolonien am Boden. Bewegungslos im Röhricht stehend sind sie perfekt getarnt und nehmen bei Gefahr auch eine Pfahlstellung wie die Rohrdommel ein. Die europäischen Hauptverbreitungsgebiete liegen im südlichen und westlichen Teil des Kontinents.

 

Als Langstreckenzieher, der in Afrika überwintert, ist die Art von der Saheldürre und dem Klimawandel ebenso betroffen wie von der Trockenlegung von Feuchtgebieten, in denen sie brütet. Ihr europäischer Bestand ist in den 1960er bis 1980er Jahren stark eingebrochen und begann sich erst zum Ende des Jahrtausends wieder sehr langsam zu erholen. Inzwischen ist der niederländische Bestand wieder auf knapp 500 Paare angewachsen. Da ist es schon eine Auszeichnung, wenn sich dieser ausgesprochene Schilfspezialist auch für die Rieselfelder Windel interessiert!

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