Title: Dezember 2008: Winterbeobachtungen

Aktuelles Tagebuch

November/Dezember 2008: Winterbeobachtungen

 

Unausgefärbter Graureiher mit dunklem Stirngefieder. Foto: brodowski-fotografie (Link zum Artikel bei www.brodowski-fotografie.de durch Klick aufs Foto)

Auch im Winter gelingen schöne Vogelbeobachtungen in den Rieselfeldern Windel.

 

Im Laufe des Novembers hielten sich am Großen Schönungsteich (Post-/Niederheide) bis zu 14 Graureiher und 8 Kormorane auf. Bei beiden Arten kann man die Kleider der Jungvögel gut von den Erwachsenen unterscheiden:

 

Junge Graureiher tragen bis ins 2. Jahr einen grauen Scheitel und ein kontrastarmes „verwaschenes“ graues Gefieder, während die Altvögel ein kontrastreiches grau-schwarz-weißes Federkleid mit weißer Stirn haben. Zudem sind die Schnäbel der Jungvögel vor allem oberseits dunkel, die der ausgewachsenen leuchten kräftig gelb-orange.

 

Der vordere Kormoran zeigt die Merkmale des Prachtgefieders. Foto: A. Schäfferling

Kormorane legen erst im dritten Winter ihr Alterskleid an, das bis auf die hellere Kehle ober- und unterseits dunkel braun-schwarz ist (je nach Lichteinfall auch bläulich-grünlich schillert) und im Prachtkleid (Spätwinter und Frühjahr) durch weiße Schenkelflecken und weiß gestreifte Hals- und Nackenpartien verschönert wird. Die Unterseite der Jungvögel weist auffallend helle Partien auf, die sich unterschiedlich weit über Kehle, Brust und Bauch erstrecken. Der Fischjäger braucht offenes Wasser und wandert ab, wenn die Teiche der Rieselfelder zufrieren.

 

Das Männchen der Tafelente ist leicht am hellgrauen Rücken und braunen Kopf zu erkennen.
Foto: A. Schäfferling

Vereinzelt zeigten sich im November die letzten Zwergtaucher, wohingegen die Tafelente als erster Wintergast eintraf.

 

Am benachbarten Kleinen Schönungsteich (Niederheide gegenüber Biostation) ließ sich regelmäßig ein Eisvogel beobachten.

 

An der Blänke vor dem Beobachtungsturm an der Biostation waren in den letzten Wochen regelmäßig Bergpieper, ein Silberreiher sowie jeweils bis zu 10 Krickenten bzw. Kanadagänse zu sehen.

 

 

Mitte November zogen Drosseltrupps durch: an einem Tag ca. 45 Wacholderdrosseln und ca. 20 Rotdrosseln. Wacholderdrosseln können fast den ganzen Winter über beobachtet werden. Auffällig ist ihr scheckiges Rückengefieder (grauer Kopf und Bürzel, brauner Rücken, schwarzer Schwanz), das gegen die gescheckte Brust und den hellen Bauch kontrastiert, und ihre schnarrenden Rufe (tschak-tschak-tschak), die etwas an Elsternrufe erinnern. Sie suchen in Beerensträuchern, Obstgärten und auf dem Boden nach Winternahrung.

 

Unsere größte und farbigste Drosselart: Die Wacholderdrossel. Foto: brodowski-fotografie (Link zum Artikel bei www.brodowski-fotografie.de durch Klick aufs Foto)

 

 

Perfekt getarnt: Die Große Rohrdommel.
Foto: B. Walter

Ganz hoher Besuch gab sich am 8. Dezember die Ehre: Eine Große Rohrdommel ließ sich ausgiebig am Großen Schönungsteich beobachten und vertraute auf ihre exzellente Tarnung. Wenn sie mit lang gestrecktem Hals im Röhricht mit den Halmen schwankt, muss man schon sehr genau hinschauen, um sie zu entdecken. Die Rohrdommel bewohnt ausgedehnte Schilfröhrichte und ist an diesen Lebensraum ausgezeichnet angepasst. Der in NRW fast ausgestorbene Reihervogel ist ein äußerst seltener Gast in den Rieselfeldern und wurde erst zweimal beobachtet. Immerhin gefiel es ihm in diesem Jahr so gut, dass er mindestens 2 Tage blieb (vielleicht auch länger? Bei der guten Tarnung weiß das niemand ganz genau!).