Title: 6.9.2012: Vogelberingung

Aktuelles Tagebuch

6.9.2012: Ins Netz gegangen

 

Vom 4. bis 6. September wurden in den Rieselfeldern Windel erstmalig Vögel unter der Leitung von Dr. Michael von Tschirnhaus (Uni Bielefeld) beringt. Zu diesem Zweck wurden spezielle Vogelfangnetze auf einer Länge von 5 bis 15 Metern im Schilf bzw. an einem Flachgewässer im Südosten des Gebietes aufgestellt. Gefangen werden sollten vor allem Schilfbewohner wie Teichrohrsänger oder Rohrammer, um mehr über die Herkunft und die Zugwege dieser Vogelgruppe zu erfahren.

Auch nachts wurden die Fangnetze regelmäßig kontrolliert. Foto: B. Walter

Die Bekassine erscheint regelmäßig auf dem Durchzug in den Rieselfeldern. Foto: B. Walter

Frisch beringt: ein Teichrohrsänger. Foto: B. Walter

Erwartungsgemäß gingen als erstes einige Teichrohrsänger, die auch im Gebiet brüten, sowie Stare, die das Schilf als Schlafplatz nutzen, ins Netz. Sie wurden vermessen und je nach Beindurchmesser mit einem spezifischen Ring der Vogelwarte Helgoland versehen. Am zweiten Tag wurde als weiterer Schilfbewohner auch die erste Rohrammer gefangen. Interessante und schöne "Beifänge" waren eine Bekassine - ein Schnepfenvogel mit sehr langem Schnabel - sowie ein Eisvogel. Am dritten Tag gelang sogar der Fang eines Baumpiepers, der erste für Dr. von Tschirnhaus in seiner mehr als 50-jährigen Beringungspraxis.

 

Selten im Netz: Ein Baumpieper. Foto: B. Walter

Der „fliegende Edelstein“ war auch dabei: ein Eisvogel. Foto: B. Walter

Die Mitarbeiter der Biologischen Station warten nun gespannt auf etwaige Wiederfänge aus anderen Gegenden Europas. Die Beringung soll im nächsten Jahr fortgesetzt werden.